Der Harz panorama_Frühling
Der Harz

Bad Sachsa

Das grüne Herz,

verklärt von Sage und Geschichte

In seiner Mannigfaltigkeit des Landschaftsbildes dehnt sich dieses Waldgebirge, im Mittelalter "Hart", d.h. Bergland, genannt, zwischen Saale und Leine von Südost nach Nordwest in einer Länge von 100 km aus, während seine Breite von Blankenburg im Norden bis Walkenried im Süden etwa 30km beträgt. Von Südosten her steigt der Unterharz, eine große wellenförmige Hochfläche, die etwa 2/3 des gesamten Gebietes ausmacht, mit einer durchschnittlichen Höhe von 450m allmählich nach Westen bis zur Linie Wernigerode - Bad Lauterberg an. Hier schließt sich der Oberharz an, ein Plateau mit einer mittleren Höhe von 600m, dem wiederum ein neues Gebirge entgegengesetzt ist, der Granitstock des Brockengebietes, auch Hochharz genannt.

Brocken_WarteIn der erdgeschichtlichen Frühzeit kippte das gesamte Gebirge um 60 Grad in Richtung Nordwest ab. So stellt uns sich der Harz ohne eigentliche Kammbildung als Massengebirge vulkanischen Ursprungs dar, das gen Norden und Westen steil aus dem Vorland aufsteigt, während es sich nach Osten hin sanft abdacht.

Im Landschaftscharakter ist der Unterharz anmutiger als der Oberharz - in geschwungenen Linien verlaufen hier die Berge, die uns manche prächtige Aussicht bieten.

Geologisch entstand der Harz im Silur, Devon und Karbon, auch das Zechstein-Meer hinterließ seine Spuren. Magma-Gesteinsformationen (Gabbro und Granit) sind im Nord- und Zentralharz zu finden. Sedimente aus Ton, Grauwacke, Sandstein, Rotliegendem und Kalk bestimmen den Charakter der Landschaft im ganzen Harz. Wiederholte Vorstöße des Meeres - zu der Zeit lag der Harz direkt unter dem Äquator !! - hinterließen vor Anhebung des Harzes eindrucksvolle Korallenbänke (z.B. die Römersteine bei Steina) und eine Anhydritformation im gesamten Südharz.

Speziell zwischen Sachsa und Ilfeld findet sich das "Rotliegende", eine 800m mächtige Sedimentschicht aus rotem Sandstein, Tonschiefer und Lette, durchsetzt mit Steinkohleflözen. Nördlich hin zum Ravensberg ist das Vulkan-Ergußgestein Rhyolit bestimmend; hier findet man auch die sogen. Ravensbergkugeln - Kugeldrusen == Geoden, gefüllt mit leuchtenden Kristallen. Der Ravensberg ist von Südharzgrauwacke umgeben. In Richtung Ellrich bilden Sand- und Kies-Sedimente (“Walkenrieder Sande”) den Untergrund. Quarzporphyr gestaltet die Region zwischen Sachsa und Steina.

Den kompletten Rahmen im Süden bildet der Zechstein-Anhydrit, der sich in Verbindung mit Wasser zu Gips umwandelt. Im Südharzer Gips-Karst "verschwinden" Bäche und Flüsse, vereinigen sich unterirdisch zu mächtigen Strömen, die jenseits der Karstgebirges in so genannten Quelltöpfen an die Oberfläche zurückkehren (z.B. Ruhmequelltopf, Salzaquelltopf) und Wasser von wohl kaum gesehener Klarheit spenden.

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